Revitalisierung des Klassizismus

Typologie

Energetische Sanierung und Modernisierung einer Kindertagesstätte in denkmalgeschütztem Bestand

Zeitraum

Seit 2026 / in Planung

Aufgabe

Die Revitalisierung eines Baudenkmals von 1860 stellt Architekten oft vor dieselbe Herausforderung: Wie integriert man unstrukturierte Anbauten der Nachkriegszeit, ohne die historische Substanz zu erdrücken? Bei unserem aktuellen Projekt war das Gleichgewicht durch Anbauten aus den Jahren 1954 und 1996 massiv gestört – das architektonische Zentrum war verschoben.

Die fachliche Lösung: Die gläserne Fuge
Unser Entwurf setzt auf das Prinzip des „Freischneidens“. Durch das bewusste Freilegen der Ecken und die Ausbildung einer leichten, gläsernen Fuge schaffen wir eine klare Trennung zwischen Alt und Neu. Dies wahrt die Eigenständigkeit des klassizistischen Haupthauses, während der Neubau durch eine reduzierte, strukturierte Formensprache die Proportionen des Denkmals zeitgemäß zitiert.

Infrastruktur & Nutzungsmischung Neben der ästhetischen Korrektur stand die funktionale Neuordnung im Fokus:

  • Adressbildung: Jede Nutzung (Kita und Wohnen) erhält einen der historischen Haupteingänge. Dies schafft klare Orientierung und Barrierefreiheit.
  • Sicherheitskonzept: Räumliche Trennung von Lieferzonen und Spielbereichen zur Minimierung von Gefahrenpotenzialen.
  • Sichtbeton & Glas: Materialität, die Beständigkeit vermittelt und Lichtbeziehungen optimiert.

Fazit
Architektur im Bestand bedeutet für uns nicht bloßes Bewahren, sondern das Herausschälen der ursprünglichen Qualität bei gleichzeitiger Optimierung für moderne Nutzungsanforderungen.

Leistungen: HOAI Leistungsphasen 1 bis 8